Aktualisiert am: 15.11.2022, geschrieben von Marco
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Bewegungsalarm - So geht es richtig!

Bewegungserkennung anschalten, Empfindlichkeit hoch und fertig? Klingt erstmal leicht, kann aber zu unerwünschten Ergebnissen und Fehlalarmen führen. Ich erkläre dir heute, wie die Bewegungserkennung funktioniert und wie du sie richtig einstellst.

Leider gibt es kein allgemeines Rezept, denn jedes Überwachungsszenario ist unterschiedlich. Der eine überwacht den Garten, der nächste die Kellertüre und der übernächste die Hunde.

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Kurzfassung

  • Nutze einen PIR,
  • Setze die Empfindlichkeit passend zu deinem Überwachungszenario, 
  • Setze Bewegungszonen korrekt ein,
  • Richte die Kamera optimal aus,
  • Nimm dauerhaft auf,
  • Verlasse dich nicht auf die Menschen-, Tier und Objekterkennung.
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Viele Funktionen: Eins nach dem anderen!

Oft ist man versucht, direkt alle Bewegungserkennungsfunktionen einzuschalten und zu kombinieren. Das ist keine gute Idee. Stelle immer alles Schritt für Schritt ein.

  • Funktioniert die Bewegungserkennung?
  • Danach erstellst du Bewegungsbereiche! Funktioniert noch alles wie gewollt?
  • Schalte Schritt für Schritt weitere Funktionen ein und prüfe das Ergebnis.

Bedauerlicherweise führt kein Weg an diesem Prozess vorbei, vor allem nicht, wenn es viele Bewegungsoptionen gibt.

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PIR - Passiver Infrarotsensor

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PIR - Schwarze Halbkugel
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PIR an der Reolink Argus 3

Einige Überwachungskameras besitzen einen PIR (Passiver Infrarotsensor). Dieser Sensor reagiert auf warme, sich bewegende Objekte und reduziert somit Fehlalarme. Prüfe, ob du diesen ein- oder ausschalten kannst.  

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Bewegungserkennung: Empfindlichkeit

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Bild A
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Bild B

Für die Bewegungserkennung gibt es in der Regel eine Empfindlichkeits-Einstellung. Diese Einstellung legt fest, wie viele Pixel sich im Bild verändern müssen, damit ein Alarm ausgelöst wird.

  • Die Kamera reagiert sensibler reagiert, je höher der Wert ist. 
  • Ist ein Objekt sehr klein im Bild, dann löst sie nur aus, wenn sie sensibel eingestellt ist.
  • Im Nahbereich nimmt das Objekt mehr Bildfläche ein, hier reicht eine niedrige Empfindlichkeit.

In Bild A kann sich die Person nicht auf die Kamera zubewegen. In Bild B bewegt sich die Person direkt auf die Kamera zu, weil der Weg so verläuft.

Bild A

Es handelt sich um einen Garten und es gibt einige Pflanzen, die sich im Wind bewegen können. Damit diese keine Fehlalarme auslösen, sollte die Bewegungserkennung erst einmal auf Mittel eingestellt werden. Danach trittst du selbst vor die Kamera und prüfst, ob das einen Bewegungsalarm generiert.

Bild B

Das Objekt kann sich der Kamera stark nähern und wird im Nahbereich hohe Pixelveränderungen auslösen! Hier würde also auch eine niedrige Empfindlichkeit ausreichen. Soll die Kamera die Aufnahme allerdings möglichst früh beginnen, dann muss sie empfindlicher eingestellt werden.

Da es sich um einen Innenraum handelt, können hier keine sich im Wind bewegenden Pflanzen einen Fehlalarm auslösen. Die Bewegungserkennung würde ich hier auf mittel bis hoch einstellen.

Schatten und Sonne

Scheint die Sonne in ein Zimmer und es bewegen sich Wolken vor die Sonne, dann verändern sich viele Pixel im Bild, sie werden dunkler. Beim Bildvergleich löst das oft einen Fehlalarm aus. Ein PIR-Sensor verhindert das.

Info: Es gibt einige Kameras mit Pre- und Post Recording. Dabei beginnt das Video immer vor dem Alarm und wird auch nach dem Alarm noch eine Zeit lang weitergehen. Im Optimalfall kann diese Zeit selbst gewählt werden. Akkubetriebene Überwachungskameras können das generell nicht!
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Daueraufnahme mit einem NAS: Immer alles auf Video

Alarmübersicht in der Surveillance Station

 

 

Mit einem Synology Nas und der Surveillance-Station kannst du permanent aufzeichnen (24/7) und dann bei Bedarf vor und zurückspulen. So ist mit Garantie immer alles auf Video! Allerdings wird hier nur die Bewegungserkennung per Bildvergleich genutzt, es gibt aber einige spezielle Parameter zum Ignorieren sehr kurzer Bewegungen.

Das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Lösung, vor allem wenn du mehrere verschiedene Kameras nutzt. Voraussetzung ist ein RTSP-Stream.

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Bewegungszonen und Masken

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Bewegungszone festlegen - EZVIZ
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Bewegungszone bei der Blink Outdoor

Viele Modelle erlauben es, eine Bewegungszone festzulegen. Möchte ich z. B. nur den Kellereingang überwachen, dann lege ich nur dort eine Zone an, der restliche Bereich wird ignoriert. So kannst du z. B. verhindern, dass Büsche, die sich im Wind bewegen, den Alarm auslösen.

Manchmal können die Zonen auch invertiert werden und dann wird in den markierten Bereichen nicht auf Bewegung reagiert.

Info: Am besten legst du eine Bewegungszone auf einen Bereich, der zwingend durchquert werden muss. Beispielsweise den Zaun, das Tor oder die Türe.
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Objekterkennung: Tiere, Menschen und Fahrzeuge

Immer mehr Kameras werben mit einer Tier-, Fahrzeug oder Objekterkennung. Um eine solche Erkennung wirklich 100 % zuverlässig durchzuführen, wird viel Rechenpower benötigt! Allerdings verfügen die wenigsten Überwachungskameras über leistungsfähige CPUs! Deshalb werden hier simple Algorithmen eingesetzt, die aber je nach Situation auch unzuverlässig sein können.

Info: Ein Algorithmus ist hier ein schrittweiser Ablauf, um ein Objekt zu klassifizieren.

Wie funktioniert so eine simple Erkennung:

  • Fahrzeuge haben ein Nummernschild. Weißer Grund mit Zahlen und meist dem blauen Streifen. Sind Schilder sichtbar, dann ist es ein Fahrzeug. Außerdem sind Fahrzeuge länglich und viel großflächiger als Menschen oder Tiere.
  • Menschen besitzen zwei Augen, Nase und Mund. Ein Mensch hat eine längliche, vertikale Form. 
  • Tiere sind oft kleiner als Menschen und besitzen eine längliche, horizontale Form.

Diese Algorithmen funktionieren größtenteils im Nahbereich am besten.

Die Erkennung ist in der Regel also nicht perfekt, hängt stark von der Positionierung ab und du solltest mit einer Fehlerquote rechnen. Verlasse dich niemals einzig allein auf diese Erkennung. Sie ist allerdings nützlich, um Aufnahmen zu filtern.

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Sonstige Funktionen

Ich stoße immer wieder auf interessante Funktionen, die ich so nur selten sehe. 

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Linien-Überschreiten

Bei der IMOU 4K KNIGHT (Test) bin ich zum ersten Mal auf eine Funktion gestoßen, die es erlaubt einen Alarm auszulösen, wenn eine Linie überschritten wird.

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Größer und kleiner Optionen

Die Reolink Duo 2 Wifi (Test), welche ich gerade teste, hat eine Option, bei der die Objektgröße im Bild festgelegt werden kann. Ist ein Objekt kleiner als ein Bereich X oder größer als ein Bereich Y, dann wird kein Alarm ausgelöst.

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Funktionsweise bei Instar 

Vor kurzem habe ich mir die Instar 9408 K2+ (Test) genau angeschaut. Sie hat die Besonderheit, dass wir den PIR mit Bewegungszonen koppeln können. Das birgt aber auch ein paar Fallstricke.

Die Firmware geht bei der Softwareseiten Erkennung ganz genau nach den Pixeln. Ich habe eine Bewegungszone über das komplette Bild gesetzt und die Empfindlichkeit auf 70. Das bedeutet jetzt, dass sich 30% oder mehr Pixel verändern müssen, damit die Kamera auslöst. Das so zu konfigurieren, ist nicht empfehlenswert!

Es ist empfehlenswert, die Zone auf den Bereich zu legen, den die Person durchqueren muss. Bei Instar kann man allerdings bis zu vier Bereiche erstellen. Die sollten dann so gewählt werden, dass eine Person am besten immer einen Bereich durchqueren muss.

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Prüfe immer selbst!

Nachdem du deine Einstellungen festgelegt hast, solltest du immer selbst prüfen, ob die Kamera den Bewegungsalarm noch korrekt auslöst. Sonst gibt es später keine Videos.

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