Aktualisiert am: 13.11.2022, geschrieben von Marco
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Fehlalarme bei Überwachungskameras

So gut wie jede moderne Überwachungskamera ist in der Lage, Bewegungen zu erkennen und dann einen Alarm zu erzeugen. Allerdings muss die Bewegungserkennung konfiguriert werden und es ist auch wichtig grob zu verstehen, wie diese Technik funktioniert. Ich erkläre dir alles und habe auch ein paar Tipps und Tricks für dich, mit welchen du Fehlalarme reduzieren kannst.

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Diese Auslöser gibt es für einen Alarm

Es gibt verschiedene Methoden und Techniken, mit denen eine Überwachungskamera einen Eindringling bzw. eine Bewegung erkennen kann. Die am häufigsten verwendeten Methoden sind folgende.

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Audioalarm (Hardware, Mikrofon)

Überwachungskameras mit Audioalarm verfügen auch über ein Mikrofon. Sie zeichnen den Ton der Umgebung auf und beim Überschreiten einer eingestellten Lautstärkeschwelle wird ein Alarm ausgelöst. Die Zuverlässigkeit dieser Methode ist meist nicht sehr gut, da in der Welt einfach viel Lärm herrscht und dies dann Fehlalarme erzeugt. 

Eine Ausnahme wäre die Überwachung eines Bereichs, an dem es immer sehr still ist. Beispielsweise ein Weinkeller, in dem normalerweise absolute Stille herrscht. 

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Bewegungserkennung durch Bildvergleich (Software)

Eine Methode, die rein mit Software realisiert werden kann, ist die Erkennung einer Bewegung durch Bildvergleiche. Grob gesagt, werden dabei die einzelnen Videobilder von der Software auf Unterschiede untersucht. Dafür gibt es natürlich verschiedene Algorithmen, welche die Hersteller nicht offenlegen.

Die Empfindlichkeit dieser Bewegungserkennung kann in den meisten Apps bzw. der Software eingestellt werden. Meist gibt es dabei Einstellungen wie:

  • Hoch, mittel, niedrig
  • 1, 2, 3, 4, 5 etc.
  • 1-100%

Auf "hoch" reagieren die meisten Überwachungskameras schon auf die kleinsten Veränderungen. Beispielsweise eine leichte Spiegelung. Wie hoch Sie die Bewegungserkennung einstellen, hängt von Ihrem Anwendungsfall ab.

Ich empfehle folgendes Vorgehen. Stelle die Bewegungserkennung auf Mitte und laufe durch das Bild. Wenn der Alarm funktioniert, ist alles OK. Sollte der Alarm dann plötzlich ohne Grund losgehen, dann senke die Empfindlichkeit um eine Stufe und laufe wieder durchs Bild. Funktioniert der Alarm jetzt, dann ist alles OK. Wiederhole dies, wenn nötig.

Info: Bedenke, dass Überwachungskameras nach einem Bewegungsalarm in der Regel für eine kurze Zeit nicht erneut auf Bewegungen reagieren, weil sie dann bereits aufnehmen. Diese Zeit ist in der Regel konfigurierbar.
Info: Wenn du die Fehlalarme so nicht in den Griff bekommst, dann ist die Kamera eventuell auch schlecht positioniert. Auf dieses Thema gehe ich im Verlauf des Artikels noch genau ein.

Die HiKam S6, welche ich neulich getestet habe, hat beispielsweise eine intelligentere Bewegungserkennung. Sie reagiert beispielsweise nicht auf Schattenbildung.  

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PIR-Sensor (Hardware, passiver Infrarotsensor)

Zu diesem speziellen Sensortyp habe ich bereits einen separaten und umfangreichen Artikel verfasst, auf welchen ich hier verweisen möchte: Was ist ein PIR-Bewegungsmelder (Passive Infrared)

Ein PIR-Sensor reagiert kurz gesagt auf Wärme bzw. sich bewegende warme Objekte. Meist sind das Lebewesen. Damit ist die Anzahl der Fehlalarme geringer.

Info: Ein erwärmter, sich im Wind bewegender Busch im Garten würde auch als warme Quelle wahrgenommen!
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Was kann ich gegen Fehlalarme unternehmen?

Zuerst einmal kann die Anzahl der Fehlalarme durch eine gute Positionierung reduziert werden. Es ist beispielsweise keine gute Idee, eine Überwachungskamera wie im nachfolgenden Bild auszurichten.


Schlechte Positionierung einer Überwachungskamera.

Die Kamera ist in diesem Beispiel auf ein Fenster ausgerichtet. Das hat mehrere Nachteile. Der Kontrast ist sehr stark und die Sonne scheint, je nachdem wie sie steht, auch direkt in die Kamera. Deshalb sollte generell vermieden werden, Überwachungskamera auf ein Fenster auszurichten.

Da wir hier das Fenster im Blick haben, löst jedes Auto, das vorbeifährt und jede Person, die draußen vorbeigeht, einen Alarm aus. Des Weiteren sehen wir hier auch Pflanzen. Ist es windig, dann können auch diese Pflanzen einen Bewegungsalarm auslösen. 

 

Jetzt schauen wir uns ein Beispiel für eine gute Positionierung an.



Gute Position für eine Überwachungskamera

Die Kamera ist hier auf den Raum ausgerichtet und das Fenster befindet sich rechts. Eine Möglichkeit, wie hier ein Fehlalarm entstehen könnte ist, wenn die Sonne stark durch das Fenster scheint und sich dann plötzlich eine Wolke vor die Sonne schiebt. Somit entsteht dann schlagartig Schatten, welcher wieder verschwindet. Hier hilft dann eventuell die Reduktion der Empfindlichkeit der Bewegungserkennung (Software). Eine PIR-Bewegungserkennung würde hier nicht auslösen, da er nur auf warme Objekte, die sich bewegen, reagiert.

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Positioniere die Überwachungskamera richtig!

Positionieren Sie die Kamera am besten auch so, dass sich Eindringlinge darauf zu bewegen. Ansonsten filmen sie nur deren Rücken oder sind darauf angewiesen, dass Sie sich umdrehen. Hier ein kleines Beispiel.


Kamera oben an der Treppe

Diese Treppe führt ins Dachgeschoss. Es gibt also nur diese eine Möglichkeit, ins Dachgeschoss zu gelangen. Dazu muss man die Treppe hochlaufen und bewegt sich dabei direkt auf die Kamera zu. 

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Masken und Bewegungszonen

Manche Software bietet Masken oder Zonen an. Mit einer solchen Maske kannst du Bereiche markieren, in denen Bewegungen komplett ignoriert werden sollen oder nur dort erkannt werden. Diese Funktion ist mittlerweile sehr weit verbreitet.

Bewegungszonen bei der Instar 9408 2K+

Oben im Bild siehst du vier solcher Zonen. Die Kamera reagiert nun nur, wenn eine Bewegung innerhalb der markierten Bereiche registriert wird. Zusätzlich kann auch die Empfindlichkeit der maskierten Bereiche festgelegt werden.

Solche Masken finden sich beispielsweise bei folgenden Modellen.

Ausführliche Testberichte mit Filterfunktion findest du hier.

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Externe Software für die Bewegungserkennung nutzen!

Es ist auch möglich, die Bewegungserkennung komplett einer externen Software zu überlassen. Dazu wird der RTSP-Stream der Kamera in diese Software geladen. Die Software kann dann das Live-Video analysieren und die Bewegungserkennung etc. übernehmen. Die Aufgabe der Überwachungskamera liegt dann nur noch darin, das Videobild an die Software zu senden. Es gibt dazu folgende Lösungen:

Hilft dir mein Artikel weiter, dann freue ich mich über Hinweise, oder wenn du ihn teilst. Vielen Dank und viele Grüße, Marco.

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