Geschrieben am 25.07.2019 von Marco, aktualisiert 11.05.2022
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Überwachungskamera mit mobilem Internet betreiben

Mir wurde schon einige Male die Frage gestellt, welche Möglichkeiten es denn gibt um Überwachungskameras an Orten einzusetzen, wo es kein WLAN gibt. Damit ist in der Regel gemeint, dass dort kein Internet-Hausanschluss mit Router vorhanden ist. In diesem Artikel werde ich einmal genau aufzeigen, wie ihr eine Überwachungskamera mit einem mobilen Router und mobilem Ineternet betreiben könnt.

 
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Planung & Wichtige Hinweise

Um unterwegs per App oder aus der Ferne auf eine Überwachungskamera zuzugreifen wird Internet benötigt! Wir müssen in diesem Fall mobiles Internet also LTE, 3G/4G einsetzen. Mobiles Internet wird meist von Smartphones benutzt, daher werden es die Meisten von euch kennen. Daher sollte auch klar sein, das das mobile Internet Geld kostet und meist auch eine Volumenbegrenzung hat!

Info: Volumenbegrenzung bedeutet beispielsweise, dass wir im Monat nur 4GB Datenvolumen frei haben. 

Es gilt hier auch vorher zu prüfen ob an dem Ort an dem wir später die Kamera samt mobilen Internet einsetzen soll überhaupt eine stabile mobile Internetverbidnung nötig ist. Ich war schön des Öfteren an Stellen im Freien wo die Internetverbindung schlecht, unzuverlässig oder unbrauchbar war.  

 

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Bandbreite & Datenverbrauch für die Videoübertragung?

Wie viele Daten verbraucht denn meine Kamera? Welche mobile Internet-Geschwindigkeit brauche ich? Diese Frage lässt sich so nicht beantworten, da dies maßgeblich von folgenden technischen Parametern abhängig ist:

  • Auflösung
  • Bitrate
  • Codec/Kompression
  • Schwarzweiß/Farbe
  • Bildern pro Sekunde
  • Bildinhalt
  • Bewegung im Bild

Das hilft dir so vermutlich aber nicht weiter, deswegen zeige ich dir nun an einem Beispiel wie du am einfachsten feststellen kannst, was deine Kamera verbraucht.

 

Mein Beispiel 1 mit einer INSTAR 9008

Ich habe hier die Qualität absichtlich auf Maximum gestellt um einmal zu zeigen, was dann an Datenvolumen entsteht. Natürlich können wir bei der INSTAR 9008 auch die Kompression etc. senken, so dass das Video viel kleiner wird!

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Aufnahme im Garten
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Zugehörige Mediainfo

An den Daten(Bild:Zugehörige Mediainfo) sehen wir folgendes:

  • 102 Megabyte bei 3 Minuten 38 Sekunden also 218 Sekunden.
  • Auflösung Full HD mit 26 FPS und 3876 kb/s

102 MB geteilt durch 218 Sekunden ergibt 0,46 MB. Um dieses Video zu streamen würden wir also eine Internetverbindung mit mindestens 4 Mbit benötigen. Das wäre aber sehr knapp, leicht mehr ist zu empfehlen.

Info: 1 Mbit = 0,125MB Übertragungsrate. Wichtig! Bei der Internetverbindung ist der sogenannte Upload(senden) hier wichtig, da die Kamera Daten sendet! 

Drei Minuten reines Video streaming benötigt dann außerdem ca.102 MB Datenvolumen. Das war jetzt so verständlich wie möglich und du kannst selbst kalkulieren was genau du brauchst.

 

Beispiel 2 mit einer Wansview Q5

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Videodaten

Nächstes Beispiel, eine Wansview Q5. Hier sehen wir folgende Daten:

  • 9,68 Megabyte(MB) bei 73 Sekunden
  • Full HD Auflösung mit 911 kb/s und 14 FPS

9,68MB durch 73 Sekunden ergeben somit 0,13 MB. Hier würde schon eine 1 Mbit Verbindung knapp ausreichen und wir benötigen viermal weniger Daten als im obigen Beispiel. Die Videoqualität ist natürlich auch schlechter und das Bild ist nicht mehr so flüssig. Wir möchten hier aber eine Überwachung vornehmen und keinen Kinofilm drehen!

 

Software 

MediaInfo ist eine kostenlose Software: https://mediaarea.net/en/MediaInfo

Ein Video kann einfach per "Drag&Drop" auf das Fenster gezogen werden und dann werden die Daten des Videos angezeigt

 

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Setup

Die wichtigste Frage zuerst: "Gibt es vor Ort Strom". Gibt es keinen Strom, so ist darauf zu achten, dass der Router und die Überwachungskamera über einen Akku verfügen. Je nach Einsatzzweck sind die Akkus aber recht schnell leer, Strom ist deshalb empfehlenswert!

 

Was wir benötigen

Mobile Router gibt es viele, mit und ohne Akku: 

Überwachungskamera. Meine Überwachungskamera-Testberichte findet ihr hier: Überwachunsgkamera Testberichte

Mobilen-Tarif: Auf Amazon finden sich schon monatlich kündbare(Prepaid) 4GB Tarife ab 10 Euro. 

Info: Ein 10 GB Vertrag liegt bei einigen Anbietern schnell bei ~ 10€/Monat aufwärts und da sehen wir auch schon die Kosten bei sehr viel Datenvolumen(Stand 11.05.2022). Deshalb sind Prepaidkarten z.B. eine preiswertere Lösung. Für eine dauerhafte Überwachung empfehle ich auf Grund der hohen Internetkosten keine mobile Lösung.

Mit einem 4GB(10.000MB) Tarif haben wir pro Tag(geteilt durch 30 Tage) also etwa 333MB. Übertragen wir das jetzt auf Beispiel 2 (73 Sekunden Video, 9,68 MB), dann könnten wir pro Tag ca. 33 solcher Videos streamen. Das sind dann etwa 40 Minuten Video. Das war jetzt einmal eine grobe Berechnung, da die Apps selbst noch Datenvolumen für die Kommunikation beanspruchen.

Info: Am besten deaktiviert ihr alle Apps und startet dann einmal die App und übertragt eine Minute Video. Dann prüft ihr in den Smartphoneeinstellungen wie viel Daten tatsächlich benötigt wurden!

 

Installation per mobilem Router

In den Einstellungen der Überwachungskamera muss der Mobile Router unter den WLAN-Einstellungen gewählt werden. Sollte das nicht möglich sein, z.B. weil die Kamera direkt eingerichtet wird, dann wird er im Einrichtungsprozess(meist in der App gewählt). Damit erfolgt die Verbindung dann über den Mobilen Router unter Verwendung der eingelegten SIM-Karte.

 

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Weitere Lösungen: Kamera mit integriertem mobilen Internet und Akku

Es gibt mittlerweile auch Überwachungskameras mit integriertem SIM-Kartenslot und Akku(mit oder ohne Solarzelle). Ein Beispiel hierfür ist die Reolink Go: Reolink Go im Test - Überwachungskamera mit Akku und SIM-Kartenslot - Kein Stromanschluss und WLAN nötig!

 

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Hinweis

Ich habe diesen hier beschriebenen Vorgang noch nicht aktiv selbst durchgeführt! Es steht aber auf meiner Liste dies noch durchzuführen und zu dokumentieren. Die Angaben hier basieren aber auf meiner jahrelangen Erfahrung mit Routern und Überwachungskameras. Hinweise und Erfahrungen von Besuchern sind auch eingeflossen, danke.

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Gespeichert von Andre (nicht überprüft) am Mi., 21.10.2020 - 20:07 Permalink

Super Artikel, genau das habe ich für die Überwachung meiner Laube gesucht. :-)

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Gespeichert von Matze (nicht überprüft) am Di., 17.11.2020 - 21:26 Permalink

Hi. Also sim Karte besorgen und einen mobilen router? Das klappt und ich kann von aussen auf die Kamera zugreifen? Weil die ja keine öffentliche ip haben. Vorher hatte ich sie fritzbox und raspberry pi. Per vpn verbunden. Zu umständlich. Geht es auch wenn ich mir einen lte router kaufe sim karte rein und mit der cam verbinde? Ich suche eine einfachere Lösung die laube zu überwachen mit fernzugriff und alarm per Email. Lg

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Gespeichert von Franz (nicht überprüft) am Di., 14.06.2022 - 20:03 Permalink

Mein Setup: 3G/4G-Router (Archer MR600 von tp-link), damit verbunden über LAN eine Foscam X5-Kamera, die über das Programm VMS gewissenhaft eingerichtet wurde. Mobile Daten von Congstar. Nur bei Bedarf streamen mit IP-Cam-Viewer-App. Bei Bewegungsalarm absenden von E-Mails mit Bildern. Datenverbrauch natürlich beim Streamen je nach Video-Einstellung der Alarm-Kamera. So weit so gut. Aber, was ich gar nicht leiden kann: Es entsteht ein permanenter, nicht unerheblicher Verbrauch an mobilen Daten, wenn nur die Videokamera am Internet hängt. Also sogar auch dann, wenn nicht von mir gestreamt wird. Frage: wohin geht denn dann der Datenupload der Kamera, doch nicht etwa nach Shenzhen in China? Ich überlege, wie ich mit einem Netzwerk-Sniffer (Wireshark?) hinter die Ursache des ungewünschten Datenverbrauchs kommen könnte. Schließlich will ich nicht bei Congstar für mobile Daten zahlen, die gar nicht bei mir ankommen.

Hallo :)
Gespeichert von marco am Do., 16.06.2022 - 13:58 Permalink

Hallo,

Damit ist leider überall zu rechnen, alleine weil die Kamera Pings/Status abgleiche an die Cloudserver sendet. Da gibt es gewisse Protokolle die aber auch nicht wirklich offen sind. Sprich was prüft er da und welche Daten schickt er zu welchem Zweck. Wenn die das veröffentlichen würden, würde es vermutlich auch kaum jemand verstehen. 

Wenns verschlüsselt ist wird das mit Wireshark nicht viel helfen. Ich habe da auch schon rumexperimentiert aber da kam nichts verwartbares für einen Artikel raus.